In Goethes Fußspuren – Italien, aber erst über die Alpen | September 2020
In Goethes Fußspuren – Italien, aber erst über die Alpen | September 2020

Kärnten klingt wie Käsefuß, tatsächlich klingen hier aber die Kuhglocken so vor sich hin und die Luft ist so klar wie die Einsicht, dass hier eben nicht alles Käsefuß ist. Denn eigentlich bin ich eher der Meertyp, weil ich es traumhaft finde, in die unendlichen Weiten zu sehen und vom salzigen Meerwind bis in die letzte Seelenfaser durchgepustet zu werden und Klarheit zu gewinnen. Wir merken: Teresa steht auf Klarheit. Ich empfand Berge immer als Drohkulissen und erzählte mir immer dieses harte Narrativ, dass die Menschen in den Tälern auch nur ein Tal weit sehen und vielleicht auch nur denken können und ja, ihr seht: Ich habe eine komplette Vollmeise. Aber so konstruiert sich halt jeder seine Wahrheit zurecht und es ist nur jedem zu raten, diese seine Wahrheiten regelmäßig zu überprüfen und festzustellen, wie doof man gewesen ist. Wir merken: Teresa steht wirklich auf Klarheit. Mein Problem mit der Bergwelt fassen wir also mal in der kommenden Überschrift so zusammen:

Bergwelt: Drohkulisse und talweites Denken

Ich bin sehr doof gewesen, was die Bergwelt betrifft. Das möchte ich in diesem Urlaub sehend verstehen, davon erzählen und die Eindrücke so beschreiben, dass vielleicht auch der ein oder andere Meertyp mal eine sehende Auszeit hier wagt. Ich will meine Einsichten also veranschaulichen und sie zur Darstellung bringen. Der geneigte literaturwissenschaftlich begabte Mensch unter uns würde das sofort als Literatur erkennen, denn etwas mit Worten zur Darstellung zu bringen, was keine wissenschaftlich-erklärende Absicht hat, ist halt Literatur. Daher wird es hier wenig Fakten geben aber sehr viel Werte, weil ich ja eh‘ Storyteller bin und so. Also wo wir gerade beim Thema Werte sind: Wir als Fremde müssen nicht gleich das rotkarierte Karohemd tragen und uns ganz einheimisch fühlen. Wir können schon der Snob bleiben, der wir halt sind, aber die Wertewelt in dieser Bergwelt sollten wir schon ganz bewusst mit einem wirklich sehenden Auge betrachten um einfach zu lernen, denn:

Was ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert.

Goethe, der alte Rembizembi.

Kommen wir also zu Teresas Goethe-Meise

Ich bin ein ziemlich große Freundin von Goethe. Er steht in meinem Regal als Büste vor der Gesamtausgabe, die ich mir von meinem Stipendiengeld geleistet hatte. Goethe war ein ziemlicher Fuchs: Viele kennen ihn immer nur als Dichter oder stellen sich ihn klischeemäßig auch mal als rotweindichten Denker vor, aber er war auch Entdecker. Und damit kann ich mich einfach sehr gut identifizieren. Ok, ich drehe jetzt nicht jeden Stein um, aber ich verstehe die Welt am liebsten, indem ich mich in fremde Welten stürze. So, und deswegen ist Goethe im Regal mein Sidekick wie einst Herbert Feuerstein bei Harald Schmidt. Er korrigiert mich, stellt mich bloß, macht sich lustig über mich. Ich kann es ihm nicht übel nehmen, denn meistens hat er recht. Wer an dieser Stelle denkt, dass ich wirklich eine Meise habe, kann sich das Ganze auf Instagram ansehen, denn in den Stories gebe ich meine zeitgeschichtlichen Beobachtungen ziemlich selbstironisch und ein bisschen Barbara-Schöneberger-mäßig zum Besten und ja, wie gesagt: Goethe kommentiert. Das ganze sieht dann so aus: 

Goethe war in Kärnten. Nicht. 

Jedenfalls war Goethe hier nicht, der ist über den Brenner. Wir sind an München und Salzburg vorbei und dann eher so von links her in die Karte reingeschlichen gekommen. Es ist Anfang September, das Jahr war wegen Corona für viele Menschen echt beschissen und nun ist es nochmal schön gewesen. Da holen viele männliche Menschen mindestens mittleren Alters ihren Silberfeil nochmal heraus und schleichen über die Landstraßen so vor sich hin während die Damen auf dem Beifahrersitz dann alle einen Strohhut aufhaben und ihn natürlich mit dem NICHT selbst angemalten Seidenschal festbinden. Nein, der Seidenschal ist natürlich von Hermès oder Chanel und ich kann ihnen das nicht mal übel nehmen, hätte ja selbst gern einen. Das sind jedenfalls die Eindrücke der Herfahrt gewesen. Die Eindrücke des Hofes, auf dem wir jetzt eine Woche wohnen, haue ich einfach in eine Bildergalerie (wäre doch viel zu langweilig hier zu beschreiben: Am Abend der Ankunft entdeckten wir erst einmal den Hof. No Shit! Erzähl‘ nicht!)

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